Aktionen und Veranstaltungen
Ruprecht Polenz in Nieder-Olm: Demokratie muss man lernen, aber die Mühe lohnt!

Für Ruprecht Polenz (CDU Politiker) ist klar: „In Deutschland hat man noch nie besser gelebt als jetzt, es ist uns noch nie so gut gegangen.“ Warum also ist die Stimmung so mies? Warum haben diejenigen, die immer nur das Schlechte sehen wollen, im öffentlichen Diskurs Oberwasser? Warum wird die Demokratie diskreditiert? Der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete will dies jedenfalls nicht einfach so stehen lassen. Mit seinem Buch „Tu was! Kurze Anleitung zur Verteidigung der Demokratie“ will Ruprecht Polenz aufrütteln, die Menschen zum Mitmachen bewegen...
Szenische Lesung mit dem taw-Theater
Im Nieder-Olmer Camarahaus lasen und spielten die beiden mitreißende Texte, zum Beispiel von Kurt Tucholsky und Erich Kästner. Menschenwürde und Menschenrechte, die zentralen Werte der Demokratie, standen dabei im Mittelpunkt. Eindrucksvolles Theater, das mit sparsamer Mimik und Gestik ganz auf die Kraft des Wortes setzte– und auf die stimmungsvollen musikalischen Akzente der Gitarristin Katrin Zurborg. Eingeladen dazu hatte das Nieder-Olmer Bündnis für Demokratie, Vielfalt und Toleranz, das sich parteiübergreifend seit bald zwei Jahren mit vielfältigen Veranstaltungen für den Fortbestand der Demokratie wie wir sie kennen einsetzt. Für die kommenden Monate stehen weitere spannende Veranstaltungen auf dem Programm.
Und warum wagen immer weniger Menschen den offenen Diskurs und den Austausch von Argumenten? Wo bleibt der Respekt vor anderen Meinungen und Sichtweisen? Für das taw-Theater ist klar: „Wir müssen reden. Wir müssen die Dinge aussprechen und die Menschen ansprechen.“ Denn frei nach Arthur Schopenhauer sind wir nicht nur dafür verantwortlich was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“ Also, zum Schluss die Aufforderung von Maasch und Schmidt an die rund 70 Gäste im Camarahaus: „Sitzen sie nicht so da, machen sie mal was. Es geht ja nicht nur um uns.“ Zum begeisterten Schlussapplaus hat es schon mal geführt.
"Warum verteidigt der normale deutsche Bürger die Demokratie nicht?“ Angesichts der Gelassenheit, ja der Gleichgültigkeit, mit der Teile der Bevölkerung auf aktuelle demokratiefeindliche Tendenzen reagieren, sind dies berechtigte Fragen, finden Christoph Maasch und Sven Marko Schmidt. Das „freie taw-theater am werk“ aus Koblenz spannte im Programm „Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben“ den Bogen von den 1920er- und 1930er-Jahren ins Heute und zu unserer Verantwortung. Und die ist groß, denn: „Es heißt immer Hitlers Machtergreifung. Da wurde nichts ergriffen. Der wurde gewählt.“
Fake oder Fakt? Beides fängt mit „Fak“ an und unterscheidet sich nur durch einen einzigen Buchstaben - und auch inhaltlich ist der Unterschied zwischen belastbaren Fakten und gefälschten Neuigkeiten oft fließend und schwer erkennbar. In seinem Vortrag im vollbesetzten Nieder-Olmer Camarahaus ging Mirko Drotschmann, alias „MrWissen2Go“, Journalist, Social-Media-Videoproduzent und TerraX-Moderator, der Frage nach, ob Fake News im Internet eine Gefahr für die Demokratie darstellen. Es sei nur ein kleiner Schritt von Fakten zu gefälschten Nachrichten, sogenannten Fake News, so Drotschmann...
Journalist Mirko Drotschmann gibt Tipps, wie man Fake News erkennt
Holocaust Gedenktag: Nie wieder ist jetzt!
Bereits am frühen Nachmittag schauten Schüler:innen der IGS auf dem Rathausplatz vorbei, hafen beim Aufzeichnen des Schriftzuges "Nie wieder ist jetzt" und stellten eine Kerze - versehen mit persönlichen Notizen - auf. Kurz vor sechs füllte sich der Platz - ca. 200 Menschen trotzten dem schlechten Wetter und zeigten durch ihr Kommen, dass "Nie wieder" gerade im Moment bedeutet, klare Stellung zu beziehen.
Auf Reden und Statements hatten wir seitens des Bündnisses bewusst verzichtet. Stattdessden läuteten zum Gedenken der Opfer des Holocaust um 18.00 Uhr die Kirchenglocken. Nie wieder ist jetzt! Bereits am frühen Nachmittag schauten Schüler:innen der IGS auf dem Rathausplatz vorbei, hafen beim Aufzeichnen des Schriftzuges "Nie wieder ist jetzt" und stellten eine Kerze - versehen mit persönlichen Notizen - auf. Kurz vor sechs füllte sich der Platz - ca. 200 Menschen trotzten dem schlechten Wetter und zeigten durch ihr Kommen, dass "Nie wieder" gerade im Moment bedeutet, klare Stellung zu beziehen.
Auf Reden und Statements hatten wir seitens des Bündnisses bewusst verzichtet. Stattdessden läuteten zum Gedenken der Opfer des Holocaust um 18.00 Uhr die Kirchenglocken. Nie wieder ist jetzt!
Ausstellung
#was ihr nicht seht!
Gegen Rassismus. Für eine offene, tolerante Gesellschaft. Gemeinsam mit der IGS Nieder-Olm lud das Bündnis für Demokratie, Vielfalt und Toleranz im November zu einer Ausstellung ins Nieder-Olmer Stadtzentrum ein. Das Projekt „Was ihr nicht seht“ von Wolfgang Lucha zeigt Erfahrungsberichte von Alltagsrassismus, will die Augen öffnen, zum Nachdenken anregen, Diskussionen fördern. Unterstützt und gefördert wird die Ausstellung vom Verein „Rheinhessen gegen Rechts“.

Die Initiative für das Projekt ging von der IGS aus, die als Mitglied im Schulnetzwerk „Schule ohne Rassismus“ schon seit Jahren aktiv dabei ist, das Miteinander innerhalb der Schulgemeinschaft auf den Säulen von Vielfalt und Toleranz aufzubauen – und damit dem Rassismus die Stirn zu bieten. Der jährliche schulinterne Aktionstag wird nun durch das Ausstellungsprojekt ergänzt. Das Zeichen gegen Rassismus soll so auch außerhalb der Schulwände Gehör finden. Um eine breite Öffentlichkeit auf das Projekt aufmerksam zu machen, konnte das Bündnis einige Geschäfte in der Stadtmitte als Mitstreiter gewinnen. Optik Gothe, Buchhandlung BINO, Schreinerei T2, Hippienez Boutique, Foto Seidl, TUI -Reisebüro und Eiscafe Piccin zeigten ebenfalls die Tafeln der Wanderausstellung. „Dadurch wollen wir auch Menschen erreichen, die die Ausstellung in der Kirche nicht sehen können“, sagt Willi Sturm. In der Kirche stehen zudem zeitweise Mitglieder des Bündnisses bereit, um sowohl über die Ausstellung selbst als auch über die Arbeit des Nieder-Olmer Bündnis für Demokratie, Vielfalt und Toleranz zu informieren.
Prof. Dr. Lars Brocker, Präsident des Verfassungsgerichtes Rheinland-Pfalz war auf Einladung des Bündnisses am 26. April im Nieder-Olmer Ratsaal zu Gast. Nach dem sehr interessanten Impulsvortrag "Die Einmaligkeit unserer Verfassung - Wie kann die Demokratie geschützt werden?" kamen die zahlreich Anwesenden über die brennenden Fragen ins Gespräch und tauschten sich aus. Für viele war dieser Abend eine wirkliche Sternstunde mit neuen und interessanten Aspekten.
Jubiläumsfeier zum Grundgesetz
Kundgebung 24.02.2024
Über 800 Menschen sind der Einladung des Nieder-Olmer Bündnisses zur Kundgebung für Demokratie, Vielfalt und Toleranz gefolgt! Statements aus allen Bereichen - Vereinen, Kirchengemeinden, Gemeinnützigen Organisationen, Menschen mit Migrationshintergrund, ... - unterstrichen auf unterschiedliche Weise, wie wichtig es gerade im Moment ist, eine klare Position zu beziehen. Vollker Metzger moderierte die Veranstaltung, bei der auch musikalische Akzente gesetzt wurden, in hervorragender Weise.



































